Bodenbearbeitung
Der Boden im Gewächshaus wird intensiv bewirtschaftet. In der Fruchtfolge ist keine ‚Pause‘ enthalten, wie zum Beispiel eine Grüngüngung oder dergleichen.
Oft gerät die optimal Fruchtfolge mit der Marktsituation in Konkurrenz. Vor allem letzteres macht die Dämpfung notwendig, die kostspielig und mit einem grossen Aufwand verbunden ist.
Nach dem Abräumen der Kultur werden die zurückgebliebenen Pflanzenreste zusammengeschaufelt und zum Kompost abtransportiert. Häufig wird danach gegrubbt und das bodengefüge gelockert. Falls Streu-Dünger ausgebracht werden soll, passiert das nach dem Grubben. Dann kommt die Spatenmaschine zum Einsatz, die, wie deren Name schon sagt, die Erde ‚umschaufelt‘. Wenn der Boden nicht gedämpft werden soll, was gegebenenfalls da an die Reihe käme, wird an der Spatenmaschine noch zusätzlich eine Walze hinten montiert, die den Boden einebnet, egalisiert und leicht andrückt. Dann ist der Boden wieder für die nächste Pflanzung gerichtet.

Dämpfen:
Im Niederdruckdampfkessel wird Wasser mittels Verbrennung von Gas bez. Heizöl erhitzt.
Der bis zu 110-120°C heisse Dampf wird durch einen speziellen Dampfschlauch unter die ‚Plache‘ geschossen. Die ‚Kanone‘ spuckt den Dampf drunter. Auf der Kanone ist noch ein Lufteinlassventil, das die kühlere Luft der Umgebung mithineinsaugt. Zweck ist, dass Luftvolumen zu vergrösssern damit sich die Plache vom Boden möglichst rasch abhebt und so eine bessere Verteilung des Dampfs ermöglicht. Dieses Ventil muss von Hand reguliert werden. Nach fünf Stunden kann und soll man in der Regel das Ventil schliessen. Das braucht Gespür und Routine. Ist das Ventil zu weit offen, hebt sich die Plache zu stark und die Säcke gleich mit. -Dampf entweicht. Ist das Ventil zu früh zugeschlossen, sackt der hintere Teil der Plache zusammen. -optimale Verteilung ist nicht gewährleistet.
Die Bodentemperatur beim Dämpfen soll 75° – 80°C betragen.
Ab 70°C, so sagt man, sterben alle Bodenlebewesen in der tiefe bis 30cm. Der Boden wird „sterilisiert“. Es ist also wichtig, die Bodenbearbeitung nach dem Dämpfen auf die obersten 25cm zu beschränken. Wenn gegrubbt wird, z.B. nach der Sommerkultur, werden natürlich die potenziellen Schädlinge oder Krankheiten wieder nach oben geholt. (Hier zeigen sich Lücken und Schwierigkeiten die die bessere Technik des Gemüsebaus erst hervorbrachte.)
Hat der Boden einen gewissen Sättigungsgrad erreicht, wo Wasser nicht mehr aufgenommen wird, ist weiteres Dämpfen wirkungslos. Ein mit H2O-gesättigter Boden hat eine hohe Dichte, ähnlich wie eine Kruste die eine geringe Porigkeit aufweist, um den heissen Dampf eindringen zu lassen.
Nach dem dämpfen muss gewartet werden bis der Boden wieder abgekühlt und trocken ist, bevor man mit der Bearbeitung weiterfährt. Im Winter kann das ‚Warten‘ schon zwei Wochen dauern.
