Tagesarchiv: Januar 21, 2009

Notiz

Im H12 Kopfsalat:
Niedrige, alte Häuser ohne Energieschirm unterliegen der Kälteeinstrahlung während der Nacht viel mehr, eben durch das fehlen dieses “Schirms”. Dadurch muss die Heizung mehr arbeiten. Die Rohre werden bis zu 32°C warm, was wärmt und andererseits auch trocknet. Das ist ein Grund, weshalb bei den alten Häusern vermehrt auf die Trockenheit der Böden geachtet werden muss, damit die Pflanze nicht das Wachstum stoppt. Die Salate wurden in Erdpresstöpfen gepflanzt, und Erdpresstöpfe, da Sie zum grössten Teil aus Torf und Kompost bestehen, besitzen die Eigenschaft, beim trocknen hart zu werden. Das Wiederanfeuchten, nach dem Hartwerden ist ja bekanntlich nicht – oder nur sehr bedingt – möglich. Deshalb muss sorgfältig darauf geachtet werden, dass die Luft, und damit der Boden nicht zu trocken werden. (Erklärte mir Volker, Ausbildner und Betriebsleiter.) Allerdings versteh ich das nicht so ganz, da warme Luft ja angeblich eher Feuchtigkeit aufzunehmen und zu halten vermag. Werde nochmals nachfragen.

Heizrohrtemperatur in den alten Häusern während der Nacht (dunkel, geringe Lichteinstrahlung) ohne Energieschirm: 45°-47°C.
In den neueren Häusern, mit Energieschirm ausgestattet, beträgt die Heizrohrtemperatur “nur” 23°-25°C.

In der ersten Januarwoche gibt es einen Kälteeinbruch. Klirrende kälte herrscht. In der Nacht, wie während des Tages.
Momentan heizen wir nur mit Öl.
Gas momentan zu teuer.

(In der Zeitung: Unseren Österreichischen Kollegen wurde der Gashan zugedreht. Jene, die nur mir Gas heizen, sind ausgeschmissen. Der Grund ist ein Gasversorgungsengpass, dessen Ursprung ein politischer Konflikt ist, vor allem zwischen zwei grossen Gaslieferanten der EU, Russland und der Ukraine.)

Im H10, 11 und 13, frisch gepflanzter Kohlrabi:
Steinmehl gespritzt, zur Vorbeugung von Pilzkrankheiten und zur Eindämmung vom bereits angesessenen Mehltau und dessen Weiterverbreitung.
(Das gemeinte Substrat ist Klinospray. siehe Bericht vom 01.01.)

Steinmehl besitzt Katalysatorische Wirkung in Böden. (Macht im Boden gebundene Nähr- und Mineralstoffe der Pflanze verfügbar. -Macht sie wasserlöslich. Hoher Ionenanteil.)

Nüssliernte H19:
12 Personen, 8,5h -> 570kg Netto Nüsslisalat geerntet.

Nachtrag1, Arbeitsbericht vom 14.12.08

Bodenbearbeitung
 
Der Boden im Gewächshaus wird intensiv bewirtschaftet. In der Fruchtfolge ist keine ‚Pause‘ enthalten, wie zum Beispiel eine Grüngüngung oder dergleichen.
Oft gerät die optimal Fruchtfolge mit der Marktsituation in Konkurrenz. Vor allem letzteres macht die Dämpfung notwendig, die kostspielig und mit einem grossen Aufwand verbunden ist.
 
Nach dem Abräumen der Kultur werden die zurückgebliebenen Pflanzenreste zusammengeschaufelt und zum Kompost abtransportiert. Häufig wird danach gegrubbt und das bodengefüge gelockert. Falls Streu-Dünger ausgebracht werden soll, passiert das nach dem Grubben. Dann kommt die Spatenmaschine zum Einsatz, die, wie deren Name schon sagt, die Erde ‚umschaufelt‘. Wenn der Boden nicht gedämpft werden soll, was gegebenenfalls da an die Reihe käme, wird an der Spatenmaschine noch zusätzlich eine Walze hinten montiert, die den Boden einebnet, egalisiert und leicht andrückt. Dann ist der Boden wieder für die nächste Pflanzung gerichtet.
 
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Dämpfen:
Im Niederdruckdampfkessel wird Wasser mittels Verbrennung von Gas bez. Heizöl erhitzt.
Der bis zu 110-120°C heisse Dampf wird durch einen speziellen Dampfschlauch unter die ‚Plache‘ geschossen. Die ‚Kanone‘ spuckt den Dampf drunter. Auf der Kanone ist noch ein Lufteinlassventil, das die kühlere Luft der Umgebung mithineinsaugt. Zweck ist, dass Luftvolumen zu vergrösssern damit sich die Plache vom Boden möglichst rasch abhebt und so eine bessere Verteilung des Dampfs ermöglicht. Dieses Ventil muss von Hand reguliert werden. Nach fünf Stunden kann und soll man in der Regel das Ventil schliessen. Das braucht Gespür und Routine. Ist das Ventil zu weit offen, hebt sich die Plache zu stark und die Säcke gleich mit. -Dampf entweicht. Ist das Ventil zu früh zugeschlossen, sackt der hintere Teil der Plache zusammen. -optimale Verteilung ist nicht gewährleistet.
Die Bodentemperatur beim Dämpfen soll 75° – 80°C betragen.
Ab 70°C, so sagt man, sterben alle Bodenlebewesen in der tiefe bis 30cm. Der Boden wird „sterilisiert“. Es ist also wichtig, die Bodenbearbeitung nach dem Dämpfen auf die obersten 25cm zu beschränken. Wenn gegrubbt wird, z.B. nach der Sommerkultur, werden natürlich die potenziellen Schädlinge oder Krankheiten wieder nach oben geholt. (Hier zeigen sich Lücken und Schwierigkeiten die die bessere Technik des Gemüsebaus erst hervorbrachte.)
Hat der Boden einen gewissen Sättigungsgrad erreicht, wo Wasser nicht mehr aufgenommen wird, ist weiteres Dämpfen wirkungslos. Ein mit H2O-gesättigter Boden hat eine hohe Dichte, ähnlich wie eine Kruste die eine geringe Porigkeit aufweist, um den heissen Dampf eindringen zu lassen.
Nach dem dämpfen muss gewartet werden bis der Boden wieder abgekühlt und trocken ist, bevor man mit der Bearbeitung weiterfährt. Im Winter kann das ‚Warten‘ schon zwei Wochen dauern.

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Bericht vom 21.01.09, Entwurf

Werbeslogan Konventioneller Düngemittel: “Der Pflanze ins Maul düngen.”

Der grosse Unterschied zwischen konventionellen und Biodüngern ist: Im Bioanbau wird organischer Dünger ausgepracht das dem Edaphon als Nahrung dient. Die Ausscheidungen dessen sind wasserlöslich und machen den Dünger an sich erst Pflanzenverfügbar.

Als Edaphon (von griechisch edaphos – Erdboden) bezeichnet man die Gesamtheit der im Boden lebenden Organismen (Bodenorganismen, Bodenmikroorganismen). Im Gegensatz dazu bedeutet das zugehörige Adjektiv edaphisch „den Boden betreffend“ bzw. “auf den Boden und dessen ökologisch wirksamen Faktoren bezogen”.

Unterteilung nach Größe der tierischen Lebensform:
    * Mikrofauna (< 0,2 mm): Amöben, Ciliaten, Fadenwürmer
    * Mesofauna (< 2 mm): Milben, Springschwänze
    * Makrofauna (< 20 mm): Asseln, Spinnen, Regenwürmer, Käfer und andere Insekten
    * Megafauna (> 20 mm): Wirbeltiere wie Maulwürfe, Wühlmäuse und Spitzmäuse

Die Mikrofauna übernimmt die Funktion der Mineralisierung und Förderung mikrobieller (also durch Mikroben verursachte-) Aktivität. Die Mesofauna sorgt für kleinräumige Bioturbation (Durchwühlen und Durchmischen /Turbation von Böden oder Sedimenten durch Lebewesen), Streufragmentierung, Förderung mikrobieller Aktivität und Bioakkumulation (Anreicherung einer Substanz in einem Organismus durch Aufnahme aus dem umgebenden Medium oder über die Nahrung). Makro- und Megafauna sorgen für großräumige Bioturbation, Streufragmentierung, Aggregatsbildung und ebenfalls Förderung mikrobieller Aktivität.

Unterteilung nach Art der tierischen Lebensform:
    * Bodenhafter
    * Bodenschwimmer
    * Bodenkriecher
    * Bodenwühler

Zusammensetzung Edaphon

 

edaphon_verteilung1

 

Folgende Werte sind nur Näherungen:
    * 40% Bakterien, insbesondere Actinomyceten
    * 40% Algen und Pilze
    * 12% Regenwürmer
    * 5% übrige Makrofauna: Polychaeten, Gastropoda, Arachnida, …
    * 3% übrige Mikrofauna: Nematoden, Milben, Collembolen, …
(Quelle: Wikipedia.org)

Das Düngenwollen in kälteperioden kann Problematisch sein, da das Edaphon/Bodenleben bei Temperaturen unter 8°C nicht sehr aktiv ist. Mikrobielle Aktivität ist Notwendig.

Bei konventionellen, sogenannten “direkten” Dungüngen ist dies kein Problem. Die Lösung kann direkt und sofort von der Pflanze aufgenommen werden.

Konventionell angebauter Salat kann deshalb z.B. im Winter bis zu einer Woche früher geerntet werden. Bei gleichem Saattermin und Standort. Das ist eben dadurch möglich, weil Sie Dünger einsetzen, die von der Pflanze sofort aufgenommen werden kann.

Den Boden mittels Heizen zu erwärmen ist kaum befriedigend möglich. Ich kann die Heizungen während eines Bewölkten Tages auf höchstleistung einstellen und das Gewächshaus auf bis zu 10grad erwärmen, während draussen Frosttemperaturen herrschen. Den Boden lässt das jedoch kalt. Sonnenlicht vermag Erde rasch zu erwärmen. Es ist auf mehr (KiloWatt) Lichteinstrahlung zu hoffen.

Im kalten Winter, wenn Dauerfrost herrscht, sollte man die Gewächshäuser möglichst geschlossen halten. Ansonsten dürfte man durch die Heizkosten mit einer saftigen Rechnung rechnen. (Momentan, stand 07.01., verbrauch von 3000Liter Öl/Tag für alle Häuser, ca. 510 Aren)

Dadurch ist widerum dem Luft/Gashaushalt im Haus sorge zu tragen. Wir pumpen am frühen morgen CO² in die Häuser. 

CO² ist für die Pflanze das, was für uns in etwa O² (Sauerstoff) ist. Es ergeht uns ähnlich, wenn uns die Luft weg bleibt. Es wird uns dann das energetische gleichgewicht entzogen, das Pulsieren schwächelt und wir fühlen uns betäubt, lethargisch. (In unserem Fall ist das manchmal gar nicht so “unerwünscht”. Wenn uns das Leben unangenehm ist, drosseln wir unseren Atem. Unbewusst. So gelangt weniger Sauerstoff ins Blut und die Wahrnehmungsfähigkeit verliert ihre Wucht und Kraft, was die unerträgliche Situation “erträglicher” macht. Das ist mit Rückzug, Kontraktion und Angst in eins zu setzen. Nichts schönes. Nichts Genussvolles. Das Gegenteil von Lust. In breiten Kreisen auch “Depression” genannt.) Pflanzen wird bei fehlendem CO² ebenfalls deren Stoffwechsel eingeschränkt. Das Wachstum stockt. Ein weit offenes Tor für Krankheiten und Schädlinge.

Bothritis zum Beispiel. (Fäulnispilz / Krankheit, beim Nüssli auftretend im späteren Winter. Sehr lästig bei der Ernte. Es faulen nicht nur äussere Blätter, die man wegzupfen müsste, sondern der Salat beginnt auch gern im innern zu faulen. Das macht das Putzen mühsam.)