Pflanzenschutz

Steinmehl spritzen zur Vermeidung pilzlicher Krankheiten. (Vor allem Mehltau)
In den Gewächshäusern 10,11,13 und 14 wo die jungen Kohlrabi, Eisberg- und Kopfsalate sind, spritzte ich Steinmehl (Klinospray), die anfangs Oktober bis Mitte November gepflanzt wurden. Steinmehl war an die Blätter der Pflanzen zu bringen. Die Überlegung besteht darin, dass das Wasser, und damit die gröbste Feuchtigkeit, durch die feine Mehlschicht von den Bättern abperlt und so, durch trockhalten, Pilzbefall verhindert oder eingedämmt werden soll.
Die bekannte Devise lautet: Trockene und warme Verhältnisse sorgen für mehr tierische Schädlinge (v.a. Insekten), kühlnasse Verhältnisse für mehr pilzliche Schädlinge.
Andauernde Feuchtigkeit und Nässe erhöhen die Anfälligkeit der Pflanzen gegenüber Pilzen und Viren. Bei einem Zusammentreffen von feucht – warmen (>7°C) Bedingungen, Dunkelheit, nassen Blätter oder anderen Pflanzenteilen während mehreren Stunden, finden Pilze naturgemäss die besten Vermehrungs- und Übertragungsbedingungen vor.
Um dem Entstehen eines Pilzklimas entgegenzuwirken, sollten die Pflanzen so angelegt werden, dass die Luft optimal zwischen den einzelnen Pflanzen zirkulieren kann. Neben dem sparsamen Umgang mit Düngern und einer mageren Anzucht spielt die Prophylaxe bei der Vermeidung von Pilzerkrankungen eine grosse Rolle. Unter einer Prophylaxe (griechisch προφύλαξη, „Schutz“, „Vorbeugung“, von altgriechisch προφύλαξ, „Vorposten“, „Wächter“) versteht man Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten. Synonym dazu ist die Prävention (von lateinisch praevenire, „zuvorkommen“, „verhüten“). In Bezug auf die Krankheitsvorbeugung einerseits und die Gesundheitsförderung andererseits hat der Begriff Prävention teilweise gemeinsame und teilweise unterschiedliche Bedeutungen.
Urgesteinsmehl, das aus Granit und Gneis besteht, hilft der Pflanze, ihre Zellen zu stärken. Silizium hat die Eigenschaft, dass es die Fähigkeit der Pflanzen, Licht aufzunehmen stärkt. Siliziumreiche Gesteinsmehle bez. Quarzmehle sind heller als die Gewächshauserde und können mehr Licht reflektieren. Das Silizium in unseren Gesteinsmehlen kann über die Blätter oder andere oberirdische Pflanzenteile nicht direkt aufgenommen werden sondern nur über die Wuzeln. Aus diesem Grund, gehört Steinmehl, zu einem vorbeugenden Pflanzenschutz.
Neben den ‘heilenden’ Eigenschaften besitzt Steinmehl die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu binden.
Beispiel Mehltau:
Mehltau ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene durch Pilze verursachte Pflanzenkrankheiten, die in der Regel durch einen weiß/grauen Belag (Pilzrasen) auf Blattoberflächen/Blattunterseiten in Erscheinung treten. Dabei wird zwischen Echten und Falschen Mehltauarten unterschieden.

Die zu den Schlauchpilzen (Ascomycota) gehörenden Erreger des Echten Mehltaus (Erysiphaceae) befallen hauptsächlich Blätter. Diese werden zunächst von einem mehlartigen Belag überzogen, später verfärben sie sich braun und vertrocknen. Zu den Echten Mehltaupilzen zählen u. a. Blumeria graminis (befällt verschiedene Getreidearten und Weidegräser) oder der Erreger des Echten Mehltaus der Weinrebe, Uncinula necator.
Die zu den Eipilzen (Oomycota) gehörenden Erreger des Falschen Mehltaus (Peronosporaceae) dringen meist tiefer in die Pflanze ein und erzeugen oft einen weißlichen Belag an der Unterseite der Blätter. Wichtige Pflanzenparasiten sind der Falsche Mehltau des Weines (Plasmopara viticola), der Blauschimmel des Tabaks (Peronospora tabacina) und die ebenfalls relativ wirtsspezifischen Phytophthora-Arten. Durch Resistenzzüchtungen mithilfe von Gift-Lattich relativ bekannt geworden ist auch der Falsche Mehltau des Salats (Bremia lactucae). Zur Zeit weisen unsere Salatsorten eine Bremiaresistenz der Rassen 1-25 auf. Diese Resistenzen basieren grösstenteils auf einer Überempfindlichkeit gegenüber diesen Rassen, d.h. bei einem Befall wird die Zelle sehr rasch abgekapselt und stirbt, was eine Vermehrung der Sporen behindert. In der Literatur sind >80 Rassen dokumentiert. Leider können die Pflanzenzüchter mit einer Resistenzzüchtung erst beginnen, wenn an der jeweiligen Pflanzenart bez. -Sorte ein neuer Pilz aufgetreten ist. Weiterhin gibt es genetische Grenzen bei der Resistenzzüchtung. Es ist nicht möglich, beliebig viele Resistenzen auf einer Sorte zu vereinen. Resistente Sorten werden in der Genbank für Saatgut gesucht u. bisher noch ohne den Einsatz von Genmanipulationstechniken auf bewährte Sorten eingekreuzt. Unser Anbaurisiko besteht also immer zu 100%.
Auf Phlox (Phlox paniculata) ist Mehltau in veritablem Umfang heutzutage in vielen Gärten zu finden. Gegen die verschiedenen Mehltauarten werden in Landwirtschaft und Gartenbau Fungizide unterschiedlicher chemischer Struktur eingesetzt (z.B. Tridemorphe). So sind gegen die vorwiegend auf der Blattoberfläche wachsenden Echten Mehltaupilze Pflanzenschutzmittel auf Schwefelbasis verbreitet.
Als Nahrungsquelle innerhalb intakter Ökosysteme ist der Mehltau für einige Marienkäferarten lebenswichtig. So ernähren sich z. B. der Sechzehnfleckige und der Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer ausschließlich von Mehltau.
Das Spritzen
Volker, Betriebsleiter und Lehrmeister, fragte, wie viel in den Häusern 10,11,23 und 14 zu spritzen sei. Blattstadium der Jungpflanzen:. Ich schätzte die 400 Liter, da ich die Woche davor die Erfahrung machte, dass in den genannten Häusern, die schon höheren Alters sind, durchschnittlich 200 Liter gespritzt werden, geizt man in der Menge nicht. Beim Spritzen des in Wasser gelösten Steinmehls ist es wichtig die Menge so zu bemessen, dass die Spritzbrühe an den Blättern u. Stengeln haften bleibt. Wir wollen die Pflanze mit der Massnahme nicht ‚abspülen‘. Das Zubereiten und Errechnen der Steinmehlbrühe besorgte Volker in der Hilfsstoffkammer in der Pflanzenschutzmittel sowie Düng- und Pflanzenstärkungsmittel gelagert werden. Wir spritzen das Gesteinsmehl mit dem Produktnamen: Klinospray in einer Konzentration von 1%
Ich begann inzwischen mit den Vorbereitungen und holte den Wagen und die Spindel, liess Wasser einlaufen, schloss sie ans Stromnetz, prüfte den Wasserdruck und die Laufgeschwindigkeit der Spindel, die den Schlauch während des Spritzens ordentlich einrollt und zugleich ein gleichmässiges Tempo angibt. Das erfordert Augenmass. Ich schätzte das Tempo ein, mit der ich durch Reihe spritzen muss. Im Idealfall brauche ich dann kein zweites Mal ein anderes Tempo einzustellen , da die Menge gut aufgeht.

Erfahrung und Routine geben das nötige. Beides ist mir noch nicht eigen. Ich hatte jedoch das Glück, noch für ein paar Stunden mit Hasan Akman zu arbeiten, der das schon über 25 Jahre lang macht. Er zeigte mir das wichtigste und liess mich an die Pistole, damit ich sicherer werde und selber merke, worauf ich meine Aufmerksamkeit lenken soll. Inzwischen ist er seit ein paar Wochen pensioniert.
Man spritzt die Kulturen weniger zur Bekämpfung gegen ein bereits eingenisteten Schädling, sondern betrachtet es vielmehr als vorbeugende Handlung gegen potenzielle Schwierigkeiten. Steinmehl kommt oft zum Einsatz, da es neben dem Effekt der Vitalisierung, Trockenhaltung auch noch ein Mittel gegen Raupen darstellt, also im Sommer genauso wie im Winter eingesetzt werden kann. Speziell beim Produkt Klinospray ist seine kristalline Oberflächenstruktur zu erwähnen. Diese ist nicht nur unangenehm bei der Fortbewegung der Raupen sondern führt auch zu Lähmungserscheinungen der Kauwerkzeuge bei blattfressenden u. –saugenden Insekten.
Leider müssen wir ab einer bestimmten Grösse der Pflanze mit dem Einsatz von Gesteinsmehlen aufhören, da unsere Kunden keine hellen Flecke auf den Verkaufsprodukten mögen.